Wie am Gemeindehaus der Friedenskirche in Loga ein barrierefreier Ort der Teilhabe entsteht – mit nachhaltigen Spielgeräten und inklusivem Design.
Bei unserem aktuellen Spielplatzprojekt an der Friedenskirche in Leer-Loga sieht es nicht nur oberhalb der Erde spannend aus, sondern auch darunter steckt eine Besonderheit.
Fundamente gehören zu jedem Spielgerät. Üblicherweise kommen dafür Betonfundamente zum Einsatz. Für die Kletterstruktur in Loga haben wir uns bewusst für eine alternative Bauweise entschieden.
Die Holzstützen werden in Stahlzylindern (Ø 40 cm, Höhe 50 cm) gegründet. Anschließend werden die Zylinder mit Naturstein verfüllt und lagenweise verdichtet. Diese Bauweise eignet sich allerdings nicht für jedes Spielgerät. Voraussetzung ist, dass sich die Kräfte auf mehrere miteinander verbundene Stützen verteilen. Einzelne Pfosten würden den auftretenden Zugkräften nicht dauerhaft standhalten. Konstruktionen wie unsere Kletterstruktur oder Schaukeln mit A-Gestellen erfüllen diese Voraussetzung.
Der entscheidende Vorteil: Die Konstruktion ist sofort belastbar. Anders als Beton muss das Fundament nicht mehrere Wochen aushärten und darf während der Zeit nicht belastet werden. Diese Bauweise bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:
Gerade für Projektträger lohnt sich deshalb ein Blick auf alternative Gründungssysteme.
Kennengelernt haben wir diese Bauweise 2025 bei einem Besuch der Firma Richter Spielgeräte in Frasdorf.
Uns hat das Konzept überzeugt. Deshalb wollten wir die Fundamentierung erstmals in einem eigenen Projekt einsetzen.
Wir verstehen Spielplatzplanung nicht als starres Abarbeiten von Standards. Wenn neue Lösungen ökologisch sinnvoll sind und gleichzeitig technisch überzeugen, möchten wir sie kennenlernen, ausprobieren und, wenn sinnvoll und erfolgreich, etablieren. Gerade in Norddeutschland sehen wir hier großes Potenzial. Denn im südlichen Raum gibt es bereits mehrere Spielplätze mit CO₂-schonenden Fundamenten. Und wie fast immer lohnt sich ein Blick ins Ausland: in England sind die Spielplatzbauenden schon lange überzeugt.
Auch oberirdisch hat sich in den vergangenen Wochen viel getan.
Die Kletterstruktur steht bereits. Als Nächstes erhält der Fallschutz aus EPDM seine farbigen Fuß- und Reifenspuren. Sie laden später zum Spielen auf der unteren Ebene ein. Gestalterisch bilden sie schöne Kontraste auf der Spielfläche ab.
Vor wenigen Tagen konnten wir Vertreter der Hans-Heyo-Prahm-Stiftung und der Sparkasse LeerWittmund auf der Baustelle begrüßen. Gemeinsam wurde der Baufortschritt besichtigt und über nachhaltige Bauweisen sowie den weiteren Projektverlauf gesprochen.
Unser Dank gilt allen Unterstützern, die dieses Projekt möglich machen. Neben der Hans-Heyo-Prahm-Stiftung und der Sparkasse LeerWittmund haben auch die Christuskirche Leer, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Emden-Leer sowie die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Loga mit Erlösen aus Kollekten und freiwilligem Kirchengeld zur Finanzierung beigetragen. Auch der Verein natürlich inklusiv e.V. hat das Projekt unterstützt. Über die Spendenplattform betterplace.org kamen durch Crowdfunding weitere 614 Euro zusammen. Insgesamt kamen so rund 55.000 € zusammen. An dieser Stelle danken wir allen Spenderinnen und Spendern herzlich für ihre kleinen und großen Beiträge. Gemeinsam entsteht so ein inklusiver Begegnungsort für Menschen jeden Alters.
Mit der Kirchengemeinde neu entworfen haben wir außerdem ein Spielplatzschild am Zugang zum Gelände. Keines der typischen Verbotsschilder überzeugte uns und so haben wir kurzerhand die Verbote positiv ausgedrückt und erklärt. Die Farbe wurden harmonisch ausgewählt. Wer Interesse an einem individuell gestalteten Spielplatzschild hat, kann sich gerne bei uns melden.Es informiert nicht nur, sondern heißt Besucherinnen und Besucher willkommen und macht deutlich, dass hier ein Ort für alle entsteht.
Es ist ein sonniger Nachmittag. Zwischen den Bäumen am Gemeindehaus der Friedenskirche in Loga huschen Kinderfüße über einen weichen, farbenfrohen Fallschutzboden. Lachen mischt sich mit dem Rascheln der Blätter. Zwei Mädchen, eines davon im Rollstuhl, erreichen gemeinsam die große Kletterstruktur aus naturbelassenem Holz. Gemeinsam erkunden sie das Spielgerät – jede auf ihre Weise, beide mit einem breiten Lächeln.
Ein paar Meter weiter treffen an diesem Tag einige Konfirmanden ein. Eigentlich wollten sie drinnen mit dem Unterricht beginnen – doch der neue inklusive Spielplatz zieht sie magisch an. Noch bevor die Arbeitsblätter ausgeteilt werden, sitzen sie schon zwischen jüngeren Kindern aus der Nachbarschaft. Gemeinsam schmieden sie Pläne für einen Hindernisparcours, der sich schnell in ein wildes, lachendes Spiel verwandelt, bei dem sich alle gegenseitig anfeuern.
So könnte ein Tag auf dem inklusiven Spielplatz in Loga aussehen.
Am Gemeindehaus der Friedenskirche Loga entsteht ein inklusiver Spiel- und Begegnungsplatz, der Bewegung, Gemeinschaft und Teilhabe möglich macht. Hier können Kinder miteinander spielen, Menschen mit und ohne Behinderung begegnen sich und Familien tauschen sich auf Bänken aus – mitten im Quartier, eingebettet in den Alltag, offen für alle.
Wichtige Merkmale des inklusiven Spielplatzes wie er in Leer entstehen soll:
Herzstück des Platzes wird eine großzügige Kletterstruktur aus nachhaltigem Holz, bewusst für vielfältige Nutzung entworfen – mit niedrigschwelligem Einstieg, stabilen Seilnetzen und Rückzugsmöglichkeiten.
Ausstattungsmerkmale des inklusiven Spielplatzes in Loga:
Das Projekt wird bereits durch verschiedene Fördermittel unterstützt:
Trotzdem fehlt noch ein erheblicher Teil der Gesamtsumme. Deshalb wirbt die Gemeinde weiter um Unterstützung von Bürger:innen, Unternehmen und Initiativen.
Dieses Vorhaben ist mehr als ein Bauprojekt – es ist ein gesellschaftliches Statement. Es zeigt, dass Inklusion nicht nur gedacht, sondern gebaut werden kann. Es lädt ein zur Begegnung, verbindet Generationen, überwindet Barrieren und kann Vorbild für andere Gemeinden, Kirchen oder Kommunen werden.
Das Projekt lebt von Fördermitteln und von Menschen, die sich engagieren. Jeder Beitrag – ob finanziell oder ideell – hilft, diesen Ort bald Wirklichkeit werden zu lassen.
Möglichkeiten zur Unterstützung:
Spende jetzt hier:
Betterplace.org – Spendenlink
Weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den inklusiven Spielplatz in Loga:
→ Mehr als Geräte: Es sind Räume, die verbinden.
→ Spielwert, der Generationen trägt.
→ Offene Orte, die Vielfalt feiern.
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